Beyond the Glitter: Trauer und Leben in Dubai
Der Tod und die Trauer sind Themen, die oft im Hintergrund stehen, besonders in einer glitzernden Stadt wie Dubai. In dieser Folge sprechen wir mit Melanie, die seit über 14 Jahren in Dubai lebt und arbeitet, über die Bedeutung des Sterbens und die damit verbundene Trauer in dieser multikulturellen Metropole. Wir beleuchten, wie sich der Umgang mit Verlust und Trauer in einem internationalen Kontext gestaltet und welche Herausforderungen Expats dabei begegnen. Melanie teilt ihre Erfahrungen als Trauerbegleiterin und setzt sich für einen offeneren Umgang mit diesen Themen ein. Zudem diskutieren wir die praktischen Aspekte, wie Bestattungen und die rechtlichen Rahmenbedingungen, die in Dubai für Ausländer gelten. Wir stellen fest, dass trotz der kulturellen Unterschiede der Schmerz des Verlustes universell ist und alle Menschen verbindet.
Transcript
Dubai.
Speaker A:Leben, arbeiten und sterben in Dubai, darum geht es heute.
Speaker A:Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Das Schwere leicht gesagt.
Speaker A:Mein Name ist Stefan Hund, ich bin der trauermanager und ich freue mich, dass ihr wieder eingeschaltet habt mit Dubai.
Speaker A:Ich höre immer mal wieder davon, ich lese immer davon.
Speaker A:Ich war noch nicht dort, aber wer dort ist, ist Melanie Höricht.
Speaker A:Liebe Melanie, ganz herzlich willkommen hier im Podcast und im Video.
Speaker B:Hallo, schönen guten Tag.
Speaker B:Ich freue mich sehr.
Speaker B:Vielen Dank.
Speaker A:Wie bist du nach Dubai gekommen?
Speaker B:Also das war vor beinahe 14 Jahren.
Speaker B:Da bin ich angestellt worden durch eine Firma.
Speaker B:Ich bin quasi abgeworben worden von einer Firma, einfach nach Dubai zu kommen.
Speaker B:Und mein Mann und ich haben einfach lass uns das mal ausprobieren.
Speaker B:Und wir können ja immer noch zurück.
Speaker B:Also zurück kannst du ja.
Speaker B:Mein Mann ist Holländer und damals hat man zu uns also entweder zwei Jahre, dann geht ihr zurück oder ihr bleibt länger.
Speaker B:Und das haben wir uns dann mal so angeguckt und durch mehrere Höhen und Tiefen sitzen wir immer noch hier in Dubai und genießen nach wie vor.
Speaker A:Wir haben ja jetzt im Augenblick, wo wir die Aufnahme machen, gerade Januar und ich war vorhin mit den Hunden draußen und es war null Grad.
Speaker A:Ich glaube, ihr habt ein bisschen mehr, oder?
Speaker B:Ja, wir haben im Augenblick in der Sonne 26 Grad.
Speaker B:Aber ihr werdet alle lachen, weil ich hab's kalt und ich sitz mit einer langen Bluse oder mit einem langen Rock mit Strumpfhose an, zum Teil mit Schal, weil es abends 12 Grad auch hier bei uns hat im Winter.
Speaker A:Oh, das wusste ich auch noch nicht.
Speaker A:Habe ich nicht drauf geachtet.
Speaker B:Also zumindest wenn es dunkel ist und wenn man im Schatten ist, dann kann es schon frisch werden.
Speaker B:Also ein Joppelchen braucht man immer, wie ich immer gerne sage.
Speaker A:Ja.
Speaker A:Wie ist das, du bist jetzt nun als sogenannter Expat dort nach Dubai gekommen.
Speaker A:Es gibt ja auch andere und da gibt es ja auch tausendundeine Nacht Geschichten.
Speaker A:Sind da als Unternehmer mit dem goldenen Händchen hingekommen.
Speaker A:Wie lebt es sich da so in der einen oder in der anderen Welt?
Speaker A:Oder ist es die gleiche Welt?
Speaker A:Wie ist das dort in Dubai?
Speaker B:Also wir leben ein ganz normales Leben.
Speaker B:Wir fahren ein ganz normales Auto, wir sind Angestellte, wir gehen jeden Morgen zur Arbeit, wir kommen abends nach Hause, wir ärgern uns über den auf der Autobahn oder es gibt ja hier nicht nur eine Autobahn.
Speaker B:Jede Straße ist ja beinahe hier eine Autobahn, weil die so nicht nur zweispurig, sondern mehrspurig sind.
Speaker B:Es gibt bei dem Angestelltenverhältnis das gleiche wie in Deutschland, mit dem vielleicht dem kleinen Unterschied, dass wir verschiedene Kulturen haben, mit denen wir zusammenarbeiten und dass halt die Sprache Englisch ist mit tausendundeiner Nacht hat nur manchmal was zu tun, je nachdem, wo man sich aufhält.
Speaker B:Also es gibt hier, ich wohne relativ weit in der Wüste, hier bei uns eine deutsche Expatfrau, die Kamele züchtet.
Speaker B:Man kennt sie vielleicht aus dem Fernsehen und da fühlt man sich schon wie tausendundeiner Nacht, weil sie das wirklich schön macht.
Speaker B:Ansonsten hat das hier nicht so viel.
Speaker B:Es ist alles wie zu Hause.
Speaker B:Ich laufe rum wie zu Hause.
Speaker B:Im som es natürlich super warm, da sitzt man mehr drin als draußen, weil es einfach viel zu heiß ist.
Speaker B:Und im Winter leben wir draußen, da ist es frische Luft.
Speaker B:Also so ein bisschen andersrum als bei uns.
Speaker B:Und unser Winter ist, sag mal so wie der Sommer in Deutschland, der Frühsommer.
Speaker B:Also es ist so ein bisschen anders.
Speaker B:Das einzige, was auch noch wunderschön ist, ist.
Speaker B:Oder nicht das einzige, es sind ganz viele Sachen, aber es scheint eigentlich immer die Sonne und das ist halt gut fürs Gemütliche, so finde ich das.
Speaker B:Man hat halt nur morgens die ziehe ich heute offene Schuhe an?
Speaker B:Welchen Termin habe ich?
Speaker B:Und nicht Regen, Sturm.
Speaker B:Das hat man eigentlich nicht.
Speaker A:Kann man in Dubai eigentlich alt werden?
Speaker B:Man kann sehr gut alt werden hier.
Speaker B:Man muss nur bedenken, dass wir hier keine Rentenversicherung haben.
Speaker B:Also der Staat bezahlt uns nicht direkt Rente, wie zu Hause bei uns.
Speaker B:Wir müssen selber für die Rente sorgen oder für die Altersvorsorge.
Speaker B:Da gibt es aber gewisse Art Bonus Auszahlung von den Firmen.
Speaker B:Das ist staatlich geregelt und das sollte man selber dann anlegen.
Speaker B:Es gibt ganz viele Möglichkeiten, das wissen wir ja auch in Deutschland, dass man das in was auch immer anlegen kann.
Speaker B:Das Sparkonto an sich gibt es jetzt hier so nicht.
Speaker B:Gibt es auch, aber es bringt einem nichts.
Speaker B:Und was halt hier sehr ausschlaggebend ist, ist das Visum.
Speaker B:Man braucht ein Aufenthaltsvisum und mittlerweile, früher war das so, man kann hier halt nur mit dem Arbeitserlaubnis hin, aber mittlerweile kann man sich das auch selber kaufen.
Speaker B:Man hat ein Eigentum hier, man kauft sich ein Haus oder eine Wohnung und damit kommt dann z.B.
Speaker B:ein sogenanntes goldenes Visum mit dazu.
Speaker B:Da hast du eine 10 Jahres Aufenthalt.
Speaker B:Es gibt sicherlich auch ganz viel andere Wiesen wie Saß, wie auch immer man das sagt, das weiß ich aber nicht.
Speaker B:Also sie verändern sich sehr positiv.
Speaker B:Es gibt auch was Neues für Rentner, das wurde auch neu, hat mir jetzt jemand erzählt, gemacht.
Speaker B:Es ist halt alles, es spielt sich hier alles um Geld.
Speaker B:Also wer Geld hat, ist willkommen und da kannst du auch alt werden und hier arbeiten oder dein Leben genießen.
Speaker B:Hauptsache du kannst dich selbst versorgen.
Speaker B:Ich sage es jetzt einfach mal so.
Speaker A:Dann kommen wir ja im Endeffekt auch zum zu unserem nächsten Thema.
Speaker A:Es ist ja nicht unbedingt eine Frage des Alters, aber so manch einer.
Speaker B:Das.
Speaker A:Heißt ja immer, aus diesem Leben kommen wir nicht lebend raus, stirbt auch in Dubai.
Speaker A:Was bedeutet das?
Speaker B:Also das Thema Todtrauer ist auch hier ein sehr großes Tabu.
Speaker B:Und durch meine Ausbildung als Sterbeame oder sterbe Doula oder wie auch immer wir das nennen möchten, und als Trauerbegleiterin ist mir das doch sehr ein Herzensthema, weil wir alle ja trauern.
Speaker B:Und Trauer heißt ja nicht unbedingt, man muss versterben, man hat eine Krankheit, Mama hat eine Krankheit zu Hause, das Kind ist krank, man wird entlassen von der Firma.
Speaker B:Es sind andere Lebenskrisen, die einen nicht immer gut wohlwollend sind.
Speaker B:Und das passiert hier bei uns in Dubai natürlich auch.
Speaker B:Hier ist immer alles schön und toll, was wir im Fernsehen sehen, aber das ist es nicht.
Speaker B:Wir haben die gleichen Probleme als experts wie zu Hause.
Speaker B:Und es ist halt ein ganz großes Tabu, dieses Thema überhaupt.
Speaker A:Du sagtest gerade eben Sterbedula.
Speaker A:Wie bist du zu diesem Thema gekommen?
Speaker A:Das ist ja kein Thema, was man sich sucht, wo man gefunden wird.
Speaker B:Ja, das ist richtig.
Speaker B:Jetzt lache ich, aber es ist eigentlich ein sehr trauriger Anlass gewesen von meiner besten Freundin.
Speaker B:Der Mann ist verstorben in Deutschland, der war 48, der ist plötzlich tot zusammengebrochen.
Speaker B:Die Tochter zu dem Zeitpunkt war acht Jahre alt.
Speaker B:Und da bin ich natürlich hingereist zur Beerdigung.
Speaker B:Und dieser Schock, den, sag ich jetzt mal, das Dorf, also die Umgebung von der Familie hatte, inklusive der Familie natürlich, der Frau und der Tochter, die waren so im Schock, die konnten die Trauer nicht bewältigen mit der Familie.
Speaker B:Und das hat mich sehr mitgenommen, weil ich mich da natürlich auch zuzähle, wobei ich sie natürlich gestützt habe, so gut ich konnte und dachte, das ist ein großes Problem.
Speaker B:Das ist nicht gut, dass wir so eine Barriere mit Trauer haben, mit Trauernden.
Speaker B:Und jemand hat dann gesagt, naja, ich konnte da relativ, in Anführungszeichen, gut umgehen, also neutralen Kopf haben und so ein bisschen helfen oder sie unterstützen.
Speaker B:Und jemand sagt zu mach doch Sterbearme.
Speaker B:Da bin ich eigentlich zugekommen.
Speaker B:Man kann ja auch Trauerbegleitung machen, das ist ein bisschen kürzer.
Speaker B:Und ich habe mich aber für die zwei Jahre entschieden, eine Ausbildung, da ist halt ja alles dabei mit Sterbebegleitung und die Trauer.
Speaker B:Habe mich aber dann doch entschieden, in die Trauer weiterzugehen, weil mir das doch wirklich ein Herzensthema ist, weil uns das alle betrifft und wir alle mehr oder weniger gut mit Trauer umgehen können.
Speaker B:Ich denke mehr, weniger als gut.
Speaker B:Und da möchte ich ein Tabu brechen, gerade hier in Dubai.
Speaker A:Wo siehst du an dieser Stelle die größten Gemeinsamkeiten bzw.
Speaker A:Auch die größten Unterschiede mit dem Umgang mit Trauer, gerade auch im Unternehmenskontext?
Speaker B:Also die größten Schwierigkeiten sind hier, weil wir international sind und wir haben nicht nur uns als Christen, wo wir so ein bisschen wissen, wie unsere Trauerkultur, unsere Bestattungskultur ist.
Speaker B:Wir haben natürlich die Muslims, den Islam in dem Land, das ist ja ein islamisches Land.
Speaker B:Dann haben wir natürlich noch andere Christen, gibt es ja auch noch die orthodoxen oder die Kopter oder so.
Speaker B:Dann haben wir natürlich die Hinduisten, dann haben wir, ja, keine Ahnung, wen haben wir noch?
Speaker B:Buddhisten.
Speaker B:Und da ist natürlich, jeder hat eine andere Trauerkultur, eine andere Sterbekultur, sage ich jetzt mal.
Speaker B:Jeder geht anders damit um.
Speaker B:Und wenn man dann in der Firma ist, will man darüber reden, wird das akzeptiert.
Speaker B:Man muss ja auch nicht gleich versterben als junger Mensch, das ist ja richtig.
Speaker B:Aber daheim versterben ja die Angehörigen, die Verwandten, Oma OP.
Speaker B:Wie geht man damit um?
Speaker B:Wie geht der Mitarbeiter damit um?
Speaker B:Das ist dann auch das gleiche Thema wie in Deutschland.
Speaker B:Wird da offen drüber geredet oder ist das hier halt mehr so, muss er selber durch?
Speaker B:Und genau, also das ist.
Speaker B:Und ich gehe dann halt mehr bei uns Christen rein, weil ich das natürlich viel besser kenne, logischerweise.
Speaker B:Und also da ist schon viel zu tun.
Speaker A:Jetzt frage ich einfach mal, jetzt verstirbt jemand in Dubai, wird er dort auch beigesetzt?
Speaker A:Oder gibt es dann den großen Zinksarg per Lufthansa und ähnliche Anbieter?
Speaker A:Oder gibt es das dann nur noch als die kleine Ascheurne?
Speaker B:Es gibt alles, also was man möchte.
Speaker B:Wenn man das dann so wüsste.
Speaker B:Also normalerweise ist es natürlich so, ich sage jetzt mal, wir als Deutsche werden dann zurück überführt nach Hause, nach Deutschland im Zinksarg.
Speaker B:So, jetzt haben wir das natürlich mit der Lufthansa oder mit sonst wem, ist ja egal.
Speaker B:Es ist also eine Preisfrage, es ist unglaublich teuer.
Speaker B:Dann überlegt man vielleicht mal eine Hausnummer.
Speaker A:Die meisten haben davon überhaupt keine Vorstellung.
Speaker B:Also ich komme eigentlich aus der Luftfracht.
Speaker B:Also es hört sich ein bisschen blöd an.
Speaker B:Also es geht per Kilo und dann muss man, glaube ich, schon so, ich weiß jetzt nicht, €20 dreiig Euro rechnen pro Kilo.
Speaker B:Plus dann halt natürlich alles, was drumrum.
Speaker A:Ist, also die Verplombung und der besondere Sarg und tralala.
Speaker B:Genau, und dann hat man Bestatter hier und in Deutschland, weil sonst geht's nicht, muss ja abgeholt werden und so weiter.
Speaker B:Also es ist schon eine Hausnummer.
Speaker B:Will man das ja, nein, vielleicht.
Speaker B:Oder man kann sich auch hier einäschern lassen und dann kann man mit der Urne nach Hause fliegen.
Speaker B:Ist natürlich deutlich günstiger, sind halt solche Fragen.
Speaker B:Und man kann sich auch hier bestatten lassen, wenn man das möchte.
Speaker B:Gibt es auch einen Friedhof für Christen?
Speaker B:Und ja, wenn man das möchte, das geht.
Speaker B:Man muss es halt nur wissen.
Speaker B:Also ansonsten wird automatisch ganz einfach die Überführung gemacht.
Speaker A:Und dann eben halt, je nachdem, woher man kommt, dann zu Hause die Beisetzung.
Speaker B:Genau.
Speaker B:Und dann kommt dann als Expert die große wo ist denn zu Hause eigentlich, wenn man mit der Familie ausgewandert ist aus München, ich sag mal jetzt irgendwas und Mama und Papa, die sind vielleicht auch schon alt, hat man jetzt.
Speaker B:Will man denen das nicht zumuten?
Speaker B:Aber eigentlich waren wir ja so glücklich in Hamburg, weil Frau oder Mann kommen aus Hamburg.
Speaker B:Vielleicht möchte man ja dahin, weil Freunde und Verwandte, andere Verwandte da sind.
Speaker B:Schwierig, finde ich.
Speaker B:Also ich finde, das ist eine Frage, auch daheim in Deutschland, wenn man sich stellen sollte, das ist natürlich einfacher, weil wenn man da beerdigt und gut, aber möchte man das?
Speaker B:Jetzt haben wir ja auch die Friedwälder und so weiter, das ist ja auch wieder was Neues.
Speaker B:Und hier in Dubai, finde ich, sollte man sich frühzeitig doch die Gedanken ja, ich lebe seit über 20 Jahren in Dubai.
Speaker B:Will ich eigentlich zurück nach Deutschland als Verstorbener oder Verstorbene?
Speaker B:Vielleicht möchte ich auch hierbleiben, weil mir das ja einfach toll gefällt.
Speaker A:Ja, und in Deutschland kommt natürlich noch mal etwas anderes dazu.
Speaker A:Wenn man von vornherein sagt, man möchte eben halt auf jeden Fall die Erdbestattung haben, dann ist natürlich die wenn du schon so lange weg bist, welcher Friedhof ist dann für dich überhaupt zuständig?
Speaker A:Es gibt ja eine ganze Reihe von Friedhöfen, die bei uns kommt nur derjenige drauf, der hier zuletzt gewohnt hat.
Speaker A:Du brauchst im Endeffekt eine Art von auswärtigen Bestattung auf diesen entsprechenden Friedhöfen.
Speaker A:Und wenn ich hier an der Bergstraße gucke, da gibt es nur einige Ausgesuchte, die eben halt auch auswärtige Bestattungen akzeptieren.
Speaker B:Genau.
Speaker B:Ja.
Speaker B:Und das weiß halt, weiß man dann erst, wenn es soweit ist.
Speaker B:Also und dann hat man dann, ich nehme an, bei der Urne ist es dann das gleiche, dann hat man dann die große Frage, wo will man bestatten?
Speaker B:Wo soll derjenige oder diejenige bestattet werden?
Speaker B:Wo kann es bestattet?
Speaker B:Kann man bestattet werden, ja.
Speaker B:Und wenn ich dann als Angehörige zurückgehe auch, muss ich ja dann dahin eigentlich, wo ja dann der Friedhof ist.
Speaker B:Also theoretisch, dann wird es ganz hanebüchend.
Speaker B:Also ja, also oder ich meine, man lässt den lieben Menschen ja nicht in München beerdigen.
Speaker B:Und man zieht dann doch nach Berlin.
Speaker A:Kann man machen.
Speaker A:Ja.
Speaker A:Ist halt dann was anderes.
Speaker B:Also es ist ja, siehst du, also es ist schon eine Nr.
Speaker B:Und jetzt.
Speaker A:Denke ich einfach mal weiter.
Speaker A:Wir hatten ja schon Vorgespräch, da ist jetzt jemand mit einer Arbeitserlaubnis als Expat und der Familie gekommen und derjenige, der die Arbeitserlaubnis hat, verstirbt.
Speaker A:Was passiert mit dem Rest der Familie?
Speaker A:Heißt es dann zum nächsten Monats ersten sind sie bitte wieder im kalten Deutschland oder was passiert in dem Moment?
Speaker B:Theoretisch?
Speaker B:Ja, theoretisch wird das Arbeitsvisum von dem Verstorbenen direkt gecancelt, also wird gelöscht.
Speaker B:Die Familie ist normalerweise direkt auf dem Arbeitsvisum mit gelinkt.
Speaker B:Ich sage jetzt einfach mal schulpflichtige Kinder, die Ehefrau, ich sage jetzt mal das klassenzimmer Beispiel.
Speaker B:Und dann geht die Rennerei los, weil die Kinder gehen ja weiterhin in die Schule.
Speaker B:Wie geht das mit dem Amt?
Speaker B:Die Polizei ist eigentlich hier involviert, die nimmt das sofort in die Hand.
Speaker B:Das Gericht nimmt das in die Hand.
Speaker B:Dann das Konsulat wird hier eingeschaltet logischerweise.
Speaker B:Und dann geht erstmal die große Rennerei los.
Speaker B:Ganz so streng oder strikt sind sie natürlich nicht.
Speaker B:Sie lassen die Leute natürlich hier auch erstmal.
Speaker B:Aber man muss halt auch bedenken, dass die Konten gesperrt werden erstmal.
Speaker B:Es wird alles dicht gemacht, kann man die Miete bezahlen, kann die Frau essen kaufen.
Speaker B:Also es ist ein Riesenberg, der dann da auf einen oder eine Welle, die auf einen zukommt und halt auch auf die Firmen, weil ich sag mal, er ist angestellt und die Firma hat das Arbeitsvisum ausgestellt.
Speaker B:Und dann geht man auch erstmal an die Firma und okay, das ist jetzt hier dein Mitarbeiter, der verstorben ist, der kommt jetzt nicht mehr und hier ist jetzt.
Speaker B:Ja, dann gehen so gewisse Sachen in Gang und es gibt Wiesen, die ausgestellt werden für Witwen oder Witwer oder auch für Kinder, die halbweisend sind.
Speaker B:Das dauert aber alles ewig.
Speaker B:Das ist nicht in einem Tag gemacht, das alles zu wissen.
Speaker A:Aber die müssen jetzt nicht, heute haben wir den Sechster Januar, die müssen nicht am ein und dreiigste das Land verlassen haben.
Speaker B:Nein, man hat noch so eine Karenzzeit, sag ich mal.
Speaker B:Das muss aber alles schon am Laufen sein.
Speaker B:Also es gibt die Behörden, die lassen das alles schon gehen.
Speaker B:Und wenn da Familie involviert ist, also ich habe es jetzt bisher noch nicht gehört, dass Familien rausgeschmissen werden.
Speaker B:Das kann ich mir jetzt auch so nicht vorstellen.
Speaker B:Man hat ja auch jemanden, der einen unterstützt.
Speaker B:Und wenn es der Arbeitgeber ist, der dann in Vorschuss tritt oder sonst was.
Speaker B:Also weil das ist halt der mega Schock.
Speaker B:Und wenn man dann noch zurück muss, und weiß eigentlich gar nicht, wohin zurück.
Speaker B:Ist das schon, ist das eine Nr.
Speaker B:Also normalerweise dauert das so zwei, drei, vier Monate, bis man so sich auf den Weg macht, weil man hat ja dann, also wenn man weg will, wenn man zurück will nach Deutschland oder nach Europa, muss man ja auch das Haus verkaufen oder das Haus auflösen, Möbel, Autos und so weiter.
Speaker B:Das wie wenn man umzieht oder wie wenn man als Experte aus Deutschland weggeht und nebenbei dann halt auch noch eine Beerdigung planen oder wie auch immer.
Speaker A:Und in dem Moment kommst du natürlich dann auch ins Spiel.
Speaker A:Du hast ja dann einerseits die Trauer der Menschen, ich sag mal die emotionale Seite, aber die emotionale Seite kann ja wirklich erst in dem Moment Fuß fassen, wo das Organisatorische gelöst ist.
Speaker A:Das heißt also, du machst möglicherweise auch vorher das oder unterstützt beim Organisatorischen.
Speaker B:Genau, das greift so eins ins andere.
Speaker B:Also erstmal diese, naja, Schockbewältigung ist es noch nicht, das geht natürlich weiter.
Speaker B:Aber mit jemandem zu teilen, was gerade passiert ist und dann noch in einer Sprache, die entweder, ich kann das auch in Englisch natürlich, aber man hat jemanden vor sich, der jetzt die gleiche Religionswurzel hat, sage ich jetzt einfach mal.
Speaker B:Wie soll ich das anders nennen?
Speaker B:Ob man jetzt wirklich in die Kirche geht oder aber man hat mal eine christliche Wurzel.
Speaker B:Also da geht nämlich auch z.B.
Speaker B:südafrikaner mit ins Boot, die europäisch denkend sind und verwurzelt sind.
Speaker B:Und das hilft halt auch, wenn man dann einfach, die Trauerbegleitung fängt so natürlich nicht an, aber einfach diesen Schock mit abfängt.
Speaker B:Dann hat der oder diejenige jemanden schon mal zum Reden und zu mensch, das ist eine Katastrophe, was passiert ist, wie gehen wir weiter?
Speaker B:Und naja, dann kann man natürlich.
Speaker B:Oder ich frage dann wo brauchst du Unterstützung?
Speaker B:Hast du jemanden, der dir dann bei Beerdigung oder sowas hilft oder wie auch immer.
Speaker B:Und das, genau, das hilft halt unglaublich.
Speaker B:Und dann danach in der Trauerbegleitung natürlich, wenn gewünscht.
Speaker A:Und da kommen im Endeffekt jetzt erstmal auch die einzelnen Betroffenen auf dich zu oder sind es dann teilweise auch Unternehmen, die auf dich zukommen im Sinne von unser Mitarbeiter ist verstorben und der hat hier Frau und drei kleine Kinderlein.
Speaker A:Könntest du nicht mal.
Speaker B:Also ich bekomme das eher individuell durch die Firmen so noch nicht.
Speaker B:Das will ich gerade durchbrechen.
Speaker B:Das ist so eine Kiste, glaube ich, weil wir haben hier in Dubai eigentlich auch, das habt ihr, glaube ich in Deutschland auch, so eine Art Notfallliste, Emergency Liste, wo alle Mitarbeiter draufstehen mit Notfallkosten, Kontakten und so weiter.
Speaker B:Das sollte man hier auch haben.
Speaker B:Und das möchte ich natürlich ausweiten.
Speaker B:Zu dem Thema, was wir gerade besprochen haben.
Speaker B:Und viele Firmen sehen das nicht, dass man das braucht.
Speaker B:Aber das ist ja auch ein Thema.
Speaker B:Ja, bei euch ja auch.
Speaker B:Je mehr man, umso besser wäre es ja für den Mitarbeiter oder für die ganze Company.
Speaker B:So weit ist man hier tatsächlich nicht, weil wir halt ein Expertland sind.
Speaker B:Und ja, wie lange ist der Expat denn hier?
Speaker B:Ist er hier zwei Jahre, ist er hier 10 Jahre?
Speaker B:Geht er weg?
Speaker B:Das sind auch so Faktoren, die mitspielen, dass man sich nicht kümmert.
Speaker B:Ich unterstelle das jetzt einfach mal.
Speaker B:Es gibt sicherlich auch genug Firmen, die sich schon kümmern, wo das überhaupt nicht zu tragen kommt mit Versterben.
Speaker B:Aber ich glaube, es passiert viel, viel öfter als wir uns das denken.
Speaker B:Und das muss nicht gleich der Christ sein.
Speaker B:Also es gibt ja auch genug Inder.
Speaker B:Die größte expert Gruppe hier sind die indischen Mitbürger und da ist das wieder eine and Geschichte.
Speaker B:Aber die Trauer nicht weniger oder anders.
Speaker B:Vielleicht trauern sie anders, aber nicht weniger.
Speaker B:Nur weil wir es nicht verstehen, heißt das nicht, dass sie nicht trauern.
Speaker B:Und das ist glaube ich bei vielen Firmen, die dann so ein bisschen das so wegschieben und ah ja, können wir nicht ändern oder so.
Speaker A:Ja, bzw.
Speaker A:Da hast du ja auch teilweise so diese Erfahrung Work Life Balance und das an dieser Stelle es eher Work Life Bullshit ist, ist eine ganz andere Frage.
Speaker B:Ja, genau.
Speaker A:Denn da kannst du nicht einfach zwischendurch mal eine Mauer hochziehen und jetzt bin ich da, vertrauen da und jetzt schläge ich den Schalter um und jetzt bin ich wieder fröhlich.
Speaker A:Also das läuft nicht.
Speaker B:Ne, genau.
Speaker B:Und das will ich halt auch hier den Leuten, den Betroffenen und halt auch Firmen oder anderen Menschen klar machen.
Speaker B:Wenn man trauer, trauert man und dann fühlt man sich mal nicht gut und dann ist man halt mal am weinen oder zieht sich zurück, auch auf der Arbeit.
Speaker B:Und weil halt heute dann der Himmelsgeburtstag ist von jemandem, wie ich es immer nenne, dann ist man halt mal emotional.
Speaker B:Und diese Sensibilität zu haben und zu fühlen und damit offen umzugehen, ist denke ich Gold wert.
Speaker B:Weil die Kollegen sehen das ja, die kriegen das ja sowieso als erstes mit und die sind wahrscheinlich die ersten, die sagen ach komm, wir gehen mal einen Kaffee trinken oder eine Zigarette rauchen oder was.
Speaker B:Und dass sich das dann ausweitet auf das Management.
Speaker B:Ich sage immer, die heulen ja.
Speaker B:Ein Trauernde heult ja keine 8 Stunden.
Speaker B:Das ist mal ein Moment und dann ist wieder gut.
Speaker B:Und dann.
Speaker B:Aber es ist mal eine Welle von nicht glücklich sein, dann ist der Tag mal nichts.
Speaker A:Aber du kannst dich einfach in dem Moment mal nicht konzentrieren.
Speaker A:Und wenn du z.B.
Speaker A:verträge vorliegen hast, die du zuerst gegenlesen musst und dann nachher unterschreiben musst, dann kannst du schon immer passieren, dass man mal einen entscheidenden Passus, naja, überliest.
Speaker B:Ja.
Speaker A:Und dann gibt es eben halt ein bisschen Vertragsstrafen oder was auch immer.
Speaker B:Richtig.
Speaker B:Und was kostet das dann eine Firma, wenn man nicht okay, ich nehme dich raus oder wir dürfen dich rausnehmen, nimm dir Zeit oder bleib daheim.
Speaker B:Heute ist auch kein Krankheitstag.
Speaker B:Ich denke, das ist wahnsinnig wichtig und das hilft natürlich der Firmenkultur auch, weil die Mitarbeiter ja Ach cool.
Speaker B:Naja, nicht cool, aber ich bin als Mensch gewertschätzt.
Speaker B:Und gerade hier in Dubai ist es halt so, wie wenn der Firma es nicht gut geht finanziell, wird man entlassen.
Speaker B:Das ist egal, welch, wie lange du da bist und so weiter.
Speaker B:Also ich bin hier, ich weiß gar nicht, dreimal entlassen worden aufgrund von finanziellen Krisen, die wir überall in der Welt haben.
Speaker B:Das ist hier viel einfacher als in Deutschland.
Speaker B:Und so zu denken ist halt sehr schwierig, weil irgendwann braucht man die Mitarbeiter wieder.
Speaker B:Also es ist immer so.
Speaker B:Und früher war das wahrscheinlich auch so, dass die Leute dann wieder weggegangen sind.
Speaker B:Aber heutzutage ist es ein tolles Leben im Ausland, auch hier in Dubai.
Speaker B:Und die Kinder haben vielleicht Freunde gefunden, man hat hier selber Freunde gefunden.
Speaker B:Vielleicht ist jemand, der Bruder, die Schwester, die Eltern sind jetzt auch hier.
Speaker B:Dann ist das hier wie eine Heimat geworden.
Speaker B:Also für uns ist es Heimat.
Speaker B:Es ist nicht mehr so, dass man so einfach wieder nach Hause geht.
Speaker B:Man kann ja auch hier weiterhin leben und hier gibt es ja alles.
Speaker B:Also man kann nicht mehr so einfach sagen, ah ja, dann kommt der nächste Expat.
Speaker B:Das glaube ich, geht nicht.
Speaker B:Und selbst wenn, dann musst du da investieren in nicht eine Ausbildung.
Speaker B:Aber ja doch, wie geht die Firma, wie ist der Arbeitsplatz und all dieses Geld?
Speaker B:Ich meine, das ist das gleiche Problem wie in Deutschland.
Speaker A:Kontakte, die die Person hat, denn die kannst du nicht lehren, sondern die Kontakte müssen wachsen.
Speaker B:Ja, und hier noch mehr.
Speaker B:Also hier ist alles sehr auf Vertrauen basierend.
Speaker B:Also ich kenne das so im Verkauf, ich bin im Verkauf und die sagen zu mir, es ist mir egal, ob du Mann oder Frau bist.
Speaker B:Das, was du sagst und dein Know how gibt mir das Vertrauen in dich.
Speaker B:Und wenn die das Vertrauen bekommen haben, wer auch immer es ist, dann geht das weiter.
Speaker B:Also es ist hier halt eine kleine Community.
Speaker B:Also ob Deutscher oder Inder oder so.
Speaker B:Wenn man miteinander im Geschäft bleibt man auch in Kontakt.
Speaker A:Wir hatten ja im Vorgespräch auch noch mal gesagt, jetzt gibt es deutsche Firmen, die haben Mitarbeiter entsandt und jetzt tritt der Trauerfall ein oder eine schwere Diagnose.
Speaker A:Wie sieht es dann mit dem Geld aus?
Speaker A:Weil wir hatten uns darüber unterhalten, es gibt da diese Möglichkeit für kleines Geld Mitarbeiter abzusichern, dass zumindest erstmal der erste Schock weg ist.
Speaker A:Wie ist das da?
Speaker B:Also es gibt deutsche Unternehmen, die das auch machen, die ihre Mitarbeiter auch absichern.
Speaker B:Ich glaube aber eher, dass das die Ausnahme ist, behaupte ich jetzt mal.
Speaker B:Sollte jemand zuhören und sagen, nein, das stimmt nicht, lasse ich mich sehr, sehr gerne belehren.
Speaker B:Das Problem ist halt, dass man nicht gleich auf die Konten zugreifen kann als Hinterbliebener.
Speaker B:Die werden gleich zugemacht von demjenigen, der das Visum oder das Konto eröffnet hat.
Speaker B:Es sei denn, es ist irgendwas im Testament hinterlegt und so weiter, dass die Witwe gleich ans Geld kommen kann.
Speaker B:Oder man hat halt jemanden, der einem Geld zu.
Speaker B:Richtig.
Speaker A:Also bei der anderen Versicherung kannst du im Endeffekt dann mit der Versicherung sprechen und von mir aus auch zur Erbtante hin in Deutschland überweisen lassen und die gibt es dann wie auch immer rüber.
Speaker B:Genau, also das ist eine fantastische Lösung mit der Versicherung.
Speaker B:Das kostet kleines Geld, eine Firma im Monat.
Speaker B:Und es gibt halt immer noch das Männer und Frauen im arbeitsfähigen Alter versterben und die halt Kinder haben und die müssen versorgt werden.
Speaker B:Also das gibt es nicht nur in Deutschland, gibt es hier halt auch.
Speaker B:Da steckst du halt nicht drin und die möchte man ja versorgt wissen.
Speaker B:Und genau, also da denke ich, diese Versicherung ist fantastisch und ich hoffe halt an die Arbeitgeber, die dann auch in Vorleistung oder in Vorkasse treten, die so empathisch sind.
Speaker B:Ah ja, weil man muss als Firma dann, wenn man so viele Jahre ist als Mitarbeiter, bekommt man eine Auszahlung, eine sogenannte Graduity.
Speaker B:Das bekommt man sowieso mit, wenn man weggeht von der Firma und da kann man das ja mit rein abziehen oder wie auch immer.
Speaker B:Ich hoffe, dass das da Menschen gibt, die dann unterstützen erstmal.
Speaker A:Ja, also das werden wir auf jeden Fall in den Shownotes verlinken.
Speaker A:Ja, und wir haben auch schon vorbesprochen, es wird auch eine zweite Runde geben.
Speaker A:Deshalb setze ich an dieser stelle gerne einmal einen Doppelpunkt, liebe Melanie, und sage erstmal ganz, ganz herzlichen Dank.
Speaker B:Vielen Dank.
Speaker A:Und liebe Hörerinnen und Hörer, schön, dass ihr uns bisher zugehört habt.
Speaker A:Wenn ihr Fragen habt, einerseits werde ich Melanie unten in den Shownotes verlinken, sodass ihr sie auch direkt fragen könnt.
Speaker A:Oder gebt uns eine Rückmeldung auf diese Podcast Video Folge und dann hoffen wir euch so schnell wie möglich eure Fragen zu beantworten.
Speaker A:Und sonst sage ich einfach mal dir und euch ganz herzlichen Dank und freue mich auf die nächste Runde.
Speaker B:Dankeschön.
Speaker B:Vielen Dank.
Speaker B:Tschüss.