Episode 94

full
Published on:

6th Jan 2025

Trauerapp - Der elektronische Trauerbegleiter

Trauerapp

Grievy unterstützt Trauernde neuartig

Gast: Dr. Nele Stadtbäumer, grievy.de

Gastgeber: Stefan Hund, https://trauer-manager.de/news

Takeaways:

  • Trauern ist ein universelles Thema, das viele Menschen in schweren Zeiten betrifft. Hilfe in der Trauer ist jedoch ein schwieriges Thema.
  • Die neuartige Grievy-App bietet Unterstützung und Ressourcen für Trauernde in verschiedenen Lebenslagen.
  • Trauer und Depression können ähnliche Symptome aufweisen, erfordern jedoch unterschiedliche Ansätze zur Bewältigung.
  • Die persönliche Identität verändert sich nach einem Verlust, was ein zentraler Trauerprozess ist.
  • Die App ermöglicht es Nutzern, ihre Trauererfahrungen zu dokumentieren und zu reflektieren. Ihr Vertrieb erfolgt über die teilnehmenden Bestattungsunternehmen.
  • Trauerarbeit sollte flexibel gestaltet sein, um den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen gerecht zu werden.

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Wir sprechen über Themen rund um Trauer. Für Unternehmer, Führungskräfte und Betriebsräte.

  • Hast Du eine Frage, die wir thematisieren sollen? Schreib uns: podcast@trauer-manager.de
  • Möchtest Du, dass Dein Unternehmen mit wenig Aufwand umfassend vorbereitet ist, dann informiere Dich hier über unseren einzigartigen Trauermanager.
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Impressum

Mentioned in this episode:

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Transcript
Host:

Trauern per App geht das?

Host:

Darum geht es heute, liebe Hörerinnen und Hörer, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Das schwere leicht gesagt.

Host:

Und auch heute habe ich mir wieder einen Gast eingeladen.

Host:

Diesmal ist es die Dr.

Host:

Nele Stadtbäumer.

Host:

Liebe Nele, ganz herzlich willkommen.

Nele Stadtbäumer:

Vielen Dank, dass ich hier sein darf heute.

Host:

Ihr habt mit Greebe eine App entwickelt, womit Menschen trauern können.

Host:

Wie ist das so?

Host:

Meine Erfahrung ist, das Thema Trauern sucht man sich nicht, man wird von dem Thema gefunden.

Host:

Wie bist du eigentlich zu diesem Thema gekommen?

Nele Stadtbäumer:

Ich würde sagen, dein Spruch greift es sehr gut aus der auf, denn auch ich bin nicht zu dem Thema einfach so gekommen, sondern ich wurde auch quasi einfach mit dem Thema konfrontiert.

Nele Stadtbäumer:

Als:

Nele Stadtbäumer:

Und ich bin selber Psychologin, habe stand gerade als mein Vater verstorben ist, einen Monat kurz vor meiner Promotion.

Nele Stadtbäumer:

Und ein bisschen hat so eins zum anderen geführt, als ich sehr viel rausgegangen bin, mit Trauernden gesprochen habe, die ähnliches erlebt haben und einstimmig alle hinweg durch die Bank gesagt haben, sie fühlen sich mit der Trauer seit der Beisetzung echt allein gelassen.

Nele Stadtbäumer:

Zweitausendein.

Nele Stadtbäumer:

Und das war etwas, wo ich gedacht habe, das sollte nicht so sein.

Nele Stadtbäumer:

Und das ist ein Themenfeld, was noch so eingestaubt ist und was mit so viel Angst behaftet ist, dass ich gedacht habe, da muss man was ändern.

Nele Stadtbäumer:

Und so ist Greebie ins Leben gerufen worden.

Host:

Und wenn ich so gucke, ich schätze, dass du ungefähr halb so alt bist wie ich, so um die Dreiig.

Nele Stadtbäumer:

Korrekt?

Nele Stadtbäumer:

Ich bin exakt dreiigste.

Host:

Und ja, wie kamst du dann genau auf diese Idee, das mit einer App zu machen?

Nele Stadtbäumer:

Die Idee ist mir deswegen gekommen, wir hatten am Anfang noch so ein bisschen eine andere Zielsetzung, denn ursprünglich war die Idee wirklich einen ganzheitlichen Begleiter nach einem Todesfall zu entwickeln.

Nele Stadtbäumer:

Das bedeutet nicht nur die Trauerkomponente und die Trauerbegleitung, sondern wirklich auch so Teile der organisatorischen Abwicklung, z.B.

Nele Stadtbäumer:

eine Todesfallcheckliste.

Nele Stadtbäumer:

Und aus dem Gesichtspunkt bin ich damals auf die App Idee gekommen, weil ich dachte, boah, das hätte ich mir so sehr selber gewünscht, dass man immer dabei eine Liste hat, was muss man noch alles machen, an was muss man denken?

Nele Stadtbäumer:

Man kann die untereinander direkt teilen, sehen, was hat z.B.

Nele Stadtbäumer:

mein Bruder schon erledigt, was meine Mama und man sieht es direkt all in One und kann die Aufgaben auch mit den Zuständigkeiten zuordnen und hat gleichzeitig aber auch einen Trauerbegleiter immer mit in der Hosentasche dabei.

Nele Stadtbäumer:

So ist so ein bisschen die Grundidee entstanden zur App.

Nele Stadtbäumer:

Mittlerweile haben wir das organisatorische vom Trauerbegleitungsteil gelöst.

Nele Stadtbäumer:

Es gibt die Grivi App, die bezieht sich nur noch auf Trauerbegleitung, das ist unser Steckenpferd.

Nele Stadtbäumer:

Wir haben aber das organisatorische, damit das jetzt nicht verloren geht, haben wir eine eigene App, die Griefed App, ausgelagert.

Nele Stadtbäumer:

Die findet man auch kostenfrei im Plan App Store, wo auch die Checkliste noch drin ist, Kündigungsverlagen und Co.

Nele Stadtbäumer:

Und die Idee war aber wirklich dieser Begleiter in der Hosentasche, rund um die Uhr immer verfügbar, immer dabei.

Host:

Ich habe jetzt schon mal die Gelegenheit gehabt, einfach mal zu spickeln.

Nele Stadtbäumer:

Sehr gut.

Host:

Und ich habe gestern Abend mal reingeguckt und heute morgen mal reingeguckt und ich bekomme da zum einen so Grundinformation übers Trauern.

Host:

Da gehören ja unter anderem die berühmten vier, je nachdem, wie man sieht, von von Verena Kast oder von Elisabeth Bettkübler Ross.

Nele Stadtbäumer:

Ja, wobei wir die ja auch kritisch einordnen, dass das eben nicht mehr ganz aktuell ist.

Nele Stadtbäumer:

Ja gut, aber ich sag mal so.

Host:

Dass man zumindest in dem Moment, Die meisten sind ja erstmal geschockt.

Nele Stadtbäumer:

Richtig.

Host:

Wenn sie mit einem Trauerfall und da sind ja auch manche nach dem Motto ticke ich jetzt hier im Augenblick eigentlich noch richtig und keiner versteht mich.

Host:

Und ich glaube, in dem Moment, wo man da die Hinweise, die man gerade eben halt über Kübler Ross oder Verena Kast hat und diese ganzen anderen Trauermodelle, wenn man da einfach schon mal eine Idee hat, dann ist man vielleicht auch nicht ganz so lost in diesem Moment.

Nele Stadtbäumer:

Ja, das glaube ich auf jeden Fall auch.

Nele Stadtbäumer:

Wobei z.B.

Nele Stadtbäumer:

dieses Modell, was du jetzt aufgegriffen hast, das ist, würde ich sagen, im kleinsten Bereich der App drin.

Nele Stadtbäumer:

Das sind ja die Artikel, die wir teilen.

Nele Stadtbäumer:

Was ich viel schöner gerade auch für die Anfangsphase finde, sind z.B.

Nele Stadtbäumer:

die Geschichten der Angehörigen, die wir teilen.

Nele Stadtbäumer:

Das ist gerade für Menschen auch super geeignet, die nicht in eine Trauergruppe gehen möchten oder das auch einfach nicht so deren Ding ist oder sie keine in der Nähe haben.

Nele Stadtbäumer:

Und da kann man auch wirklich mal lesen, wie haben andere das erlebt und wie geht es anderen damit?

Nele Stadtbäumer:

Wie sind andere damit umgegangen?

Nele Stadtbäumer:

Und gerade diese Fragen bin ich allein damit, bin ich verrückt, geht es nur mir so?

Nele Stadtbäumer:

Das sind ja Fragen, die betreffen eigentlich fast jeden in der Trauer.

Nele Stadtbäumer:

Und da finde ich ehrlich gesagt die Geschichten viel schöner oder auch diese interaktiven Übungsbereiche, weil man da hingeht und sich selber mehr reflektiert und mal überlegen kann, oh, das ist alles Trauer.

Nele Stadtbäumer:

Viele können ja verschiedene Symptome wie die körperlichen Symptome ordnen die gar nicht zu Trauer zu, obwohl es eben Trauer ist, die sich in unserem Körper äußert.

Nele Stadtbäumer:

Und das finde ich dann noch mal auch schöner.

Host:

Ja, bis hin dazu, was vielen ja überhaupt nicht bewusst ist.

Host:

Die Trauer kann ja erst in dem Moment beginnen, wenn du das Organisatorische einigermaßen auf der Reihe hast.

Nele Stadtbäumer:

Ja, ja, zumindest wenn man mit dem Organisatorischen betraut ist.

Nele Stadtbäumer:

Also ich erlebe das auch immer wieder, dass dann die Person, die viel das organisatorische abwickeln, bei denen setzt wirklich diese emotionale tiefe Verarbeitung setzt erst ein Stück später an.

Nele Stadtbäumer:

Während die Personen, die damit nichts zu tun haben, das setzt die eben früher ein, weil man einfach so viel in diesem Funktionieren noch drin ist und in dem Machen und in dem Tun.

Nele Stadtbäumer:

Und das ist ja auch eine Form der Trauerbewältigung, aber auf eine andere Art und Weise natürlich.

Nele Stadtbäumer:

Man ist mehr in diesem Machen, im Handeln, im Abwickeln von Aufgaben.

Host:

Ja, aber für mich ist, ich weiß nicht, wie du es als Psychologin siehst, für mich ist Trauer hat immer zwei Teile.

Host:

Das eine ist dieser emotionale Abschied.

Host:

Es ist nicht mehr das, es wird nicht mehr das, was ich eben noch glaubte.

Host:

Und das andere ist aber der härteste Teil der Trauer ist in dem Moment beendet, wenn ich definieren kann, wer bin ich ohne dich?

Nele Stadtbäumer:

Ja, das ist es definitiv.

Nele Stadtbäumer:

Man sagt ja auch, es gibt ja diese Metapher, man sollte loslassen.

Nele Stadtbäumer:

Und ich finde, das ist so eine totale Fehlinterpretation, weil es geht nie darum, dass wir den die Erinnerung, die verstorbene Person loslassen, sondern es geht vielmehr darum, eine neue Identität, um den Verlust drumherum aufzubauen.

Nele Stadtbäumer:

Also wer sind wir jetzt ohne die Person oder das Tier?

Nele Stadtbäumer:

Oder kann ja auch ein Jobverlust sein, den wir erleben.

Nele Stadtbäumer:

Wer sind wir ohne dieses etwas oder eben die Person?

Nele Stadtbäumer:

Und sich da ganz neu zu identifizieren und eine neue Identität aufzubauen, darum geht es viel mehr als jetzt einfach nur loslassen und wegschieben.

Host:

Du sagtest ja, du hast Psychologie studiert.

Host:

Hat eigentlich deine Promotionsarbeit schon was mit dem Thema zu tun?

Nele Stadtbäumer:

Ja, nee, eigentlich nicht, muss man streng genommen sagen.

Nele Stadtbäumer:

Ich war in der Statistik und habe viel so Data Science, also verschiedene statistische Modelle habe ich weiterentwickelt, viel mit Machine Learning Algorithmen, Strukturgleichungsmodellen, also relativ trocken mathematisch.

Nele Stadtbäumer:

Ich hatte dort aber immer Daten von Krebspatienten zweitausendein, an denen ich verschiedene Fragestellungen mit den Daten beantwortet habe.

Nele Stadtbäumer:

Und da ging es viel um Lebensqualitätsfragestellungen und auch, wie man unter anderem auch Lebensqualität steigern kann mit digitalen Gesundheitsanwendungen wie z.B.

Nele Stadtbäumer:

apps.

Nele Stadtbäumer:

Auch das waren Teile meiner Promotion.

Nele Stadtbäumer:

Das waren zwar eher Randthemen.

Nele Stadtbäumer:

Und trotzdem haben die auf jeden Fall so.

Host:

Das ist doch.

Host:

Kannst du von der Struktur her hin im Endeffekt übertragen.

Nele Stadtbäumer:

Ja, absolut.

Nele Stadtbäumer:

Und die haben auf jeden Fall auch die Sensibilität gefördert, dass man mit digitalen Anwendungen gesundheitsfördernde Maßnahmen machen kann.

Nele Stadtbäumer:

Die gehen natürlich auch im Bereich Trauer.

Nele Stadtbäumer:

Und deshalb war eigentlich die Promotion der eine ausschlaggebende Faktor, als dann auch der Tod von meinem Papa, der andere, was dann zusammengekommen ist.

Nele Stadtbäumer:

Das hat ganz gut in dem Sinne gepasst.

Host:

Aber ich habe mich mit einer Reihe von anderen, wirklich Leuten, die sich sehr gut mit Trauer auskennen, unterhalten, und die sagten, im Studium der Psychologie kommt im Endeffekt das Thema aber nicht wirklich vor.

Host:

Also auch viele, die gerade in der Beratung drin sind, die können dir was sagen zum Thema Schuldnerberatung oder wenn du ein zu flüssiges Problem hast, oder wie halte ich es mit der Erziehung oder was auch immer.

Host:

Aber bei Trauer, das ist noch ein fernes Thema.

Nele Stadtbäumer:

Ja, die Trauer ist relativ wenig Teil des Studiums.

Nele Stadtbäumer:

Ich denke, es liegt viel, ist aber eine Hypothese von mir auch daran.

Nele Stadtbäumer:

Psychologie ist ja ein Wissenschaft und Naturwissenschaft.

Nele Stadtbäumer:

Und man sieht schon, dass es verhältnismäßig wenig empirische Forschung zu Trauer auch gibt, im Verhältnis zu anderen Bereichen, die behandelt werden.

Nele Stadtbäumer:

Und ich glaube, da ist noch ganz viel Nachholbedarf da.

Nele Stadtbäumer:

Und gerade auch, was ich jetzt, seitdem ich mit dem Thema arbeite, auch erlebe, es bewegen sich mittlerweile mehr junge Leute auf dem Themenfeld.

Nele Stadtbäumer:

Aber das ist.

Nele Stadtbäumer:

Das war die letzten Jahre nicht so.

Nele Stadtbäumer:

Als ich angefangen habe, waren wir wirklich richtig junge Pioniere und wir wurden immer so beäugt, auch aus der ganzen Branche, weil es super wenig Leute gab, die offen über das Thema gesprochen haben, auch in jungen Jahren, die frischen Wind mit reingebracht haben, frische Ideen mit reingebracht haben.

Nele Stadtbäumer:

Und ich glaube, das kommt jetzt immer mehr.

Nele Stadtbäumer:

Ich denke schon, dass das über die nächsten Jahre mehr Präsenz erlangen wird, das Thema im Allgemeinen.

Nele Stadtbäumer:

Und ich hoffe auch damit im Psychologiestudium zumindest ist das etwas, für das ich mich auch mit einsetze.

Nele Stadtbäumer:

Es gibt sehr viele Themen, die im Psychologiestudium behandelt werden müssen.

Nele Stadtbäumer:

Ich würde mir aber wünschen, dass Trauer zumindest einen Teilaspekt auch mit abbildet, ähnlich wie psychische Störungsbilder und Co.

Nele Stadtbäumer:

Und ich glaube, das wird alleine schon in dem Zuge passieren, dass es jetzt ja im ICD Störungsbildkatalog mit aufgenommen wurde.

Nele Stadtbäumer:

Und ich glaube, in dem Zuge wird es auf jeden Fall jetzt mehr behandelt werden, auch in zukünftigen Studiengenerationen.

Host:

Aber wenn du gerade ICD 11 ansprichst, dann frage ich noch mal die Psychologin an der Stelle, wo hört Trauer auf und wo beginnt Depression?

Nele Stadtbäumer:

Ja, das ist.

Nele Stadtbäumer:

Das ist eine sehr wichtig zu definierende Grenze, finde ich auch gerade in der Trauerbegleitung, weil viele Trauerbegleiter, die ja auch freiberuflich unterwegs sind, sind keine ausgebildeten Psychologen und man muss da schon eine sehr klare Grenze waren zwischen Coaching und Therapie.

Nele Stadtbäumer:

Und da gibt es eine ganz klare Grenze.

Nele Stadtbäumer:

Und bei Depressionen muss man schon sagen, Trauer hat meist den einen Auslöser.

Nele Stadtbäumer:

Es gibt einen Sterbefall, ein auch der kann ja auch noch nicht eingetreten sein, aber wenn jemand im Sterben liegt.

Host:

Diagnose.

Host:

Diagnose und sechs Jahre.

Nele Stadtbäumer:

Genau.

Nele Stadtbäumer:

Und da ist ein Kern Unterscheidungskriterium bei einer Depression, das ist meistens schleichender Prozess.

Nele Stadtbäumer:

Da gibt es oft nicht den ein Auslöser, durch welchen das jetzt so klar entsteht.

Nele Stadtbäumer:

Und es gibt auch weitere Kriterien, an denen man Depressionen von Trauer zweitausendein unterscheiden kann.

Nele Stadtbäumer:

Und da die Grenze wirklich zu ziehen und zu wahren ist sehr sehr wichtig.

Nele Stadtbäumer:

Und Trauer kann eine Depression begünstigen, sie kann auch zu einer Depression führen.

Nele Stadtbäumer:

Das hängt viel mit unseren eigenen Bewältigungsmechanismen zusammen, mit unserem sozialen Umfeld, in dem wir drin sind.

Nele Stadtbäumer:

Wir unterstützen das ist in generellen Strukturen, die sich durch den durch die Trauer dann immer noch ergeben, z.B.

Nele Stadtbäumer:

wenn wir einen Job dadurch nicht mehr ausüben können oder sogar verlieren und und und.

Nele Stadtbäumer:

Das heißt, das eine kann das andere ÿousand bedingen.

Nele Stadtbäumer:

Auf jeden Fall.

Nele Stadtbäumer:

Aber nicht jede Trauer bedarf einer Psychotherapie.

Nele Stadtbäumer:

Das ist auch noch mal für mich ganz wichtig zu betonen.

Nele Stadtbäumer:

Das System ist eh schon überlastet, aber das wird es auch noch mal dramatischer machen.

Nele Stadtbäumer:

Ja, aber ich glaube gesunde Bewältigungsmechanismen ist etwas, was immer hilft, egal in welcher Lebensphase sich befindet.

Nele Stadtbäumer:

Das ist ganz egal, ob es Trauer, Stress oder eine Trennung oder sonst irgendwas ist.

Nele Stadtbäumer:

Und da kann man gut unterstützen.

Nele Stadtbäumer:

Und das muss auch nicht durch eine Therapie sein.

Nele Stadtbäumer:

Es kann durch eine Therapie sein, aber es muss es eben nicht.

Host:

Ÿousand nee, ich frage auch mit dem Hintergrund, ich schreibe gerade an einem Buch, was möglicherweise jetzt vor dem Interview, wenn es rauskommt, rauskommt.

Host:

Also wie gesagt, das wird so etwa Zeit.

Nele Stadtbäumer:

Bin gespannt.

Host:

Und da hatte ich unter anderem mal in die Community reingefragt was habt ihr für Fragen?

Host:

Was sollte ich vielleicht auch noch mal mit bedenken?

Host:

Und da habe ich einmal eben halt die Frage drin gehabt wo endet Trauer oder was ist Trauer versus Depression?

Host:

Und wie gesagt, du hast die ICD 11, also für diejenigen, die da an der Stelle sich noch nicht so auskennen.

Host:

International Clinical Disease Beschreibung von daraus wird im Endeffekt nachher auch die Kennzahl gemacht, wie es abgerechnet wird.

Nele Stadtbäumer:

Das ist ein Diagnosekatalog schlussendlich, wo man wirklich die einzelnen Diagnosen hat welche psychischen Störungsbilder es gibt.

Nele Stadtbäumer:

Da gibt's ja zum einen auch was zu Trauer mittlerweile zu, aber auch Depressionen, Angststörungen und Co.

Nele Stadtbäumer:

Sind da alles mit aufgelistet.

Host:

Genau, genau.

Host:

Und da wurde eben halt da eben halt genau gefragt.

Host:

Ich hatte den Eindruck, mehr aus der Eigenperspektive, nach dem Motto trauere ich noch oder bin ich hier schon behandlungsbedürftig depressiv?

Nele Stadtbäumer:

Ja, das ist auch eine Frage, die viele Trauernde beschäftigt und betrifft.

Nele Stadtbäumer:

Und ich finde das auch Super, wenn man sich selber die Frage stellt, weil das zeigt, dass man zum einen reflektiert, wie geht es mir gerade eigentlich?

Nele Stadtbäumer:

Was brauche ich aber auch?

Nele Stadtbäumer:

Und zum anderen aber auch erkannt hat, irgendwie geht es mir nicht so gut, dass ich hier einfach normal wieder durchs Leben schreite, sondern ich glaube, ich muss mal ein bisschen aktiv werden.

Nele Stadtbäumer:

Deshalb finde ich das eine sehr mutige Frage, sich das selber mal zu stellen und auch legitim, sich das stellen zu dürfen.

Host:

Ja, bisher habe ich gesehen, auch als ich mich da bei euch in der App angemeldet habe, zweitausendein, euer Hauptvertriebsweg geht über die Bestatter und natürlich die Bestatter haben das Interesse, ihre Kunden gut zu unterstützen in der Trauer.

Host:

Wie funktioniert es an dieser Stelle?

Host:

Der gibt da im Endeffekt der der Bestatter ein Code weiter oder wie läuft das an dieser Stelle?

Nele Stadtbäumer:

Ja, das ist gut zusammengefasst.

Nele Stadtbäumer:

Die Angehörigen, die beim Bestattungshaus dann Kunde werden und entlang kommen, die erhalten von dem Bestattungshaus einen Zugangscode, mit dem sie dann die Trauerbegleitung über uns nutzen können.

Nele Stadtbäumer:

Wir binden das Bestattungshaus bei uns mit ein, dass man auch weiß, von wem man das erhalten hat.

Nele Stadtbäumer:

Denn man muss sagen, die Angehörigen erhalten das über das Bestattungshaus kostenfrei und dürfen das wie ein Geschenk vom Bestattungshaus für die Zeit nach der Beisetzung zweitausendein mitnehmen, was eine sehr, sehr schöne Kooperation ist.

Nele Stadtbäumer:

Und so startet dann die Begleitung.

Nele Stadtbäumer:

Und wir begleiten mittlerweile tatsächlich auch für die Bestattungshäuser unlimited quasi im Zeitraum, weil jeder braucht ja was anderes.

Nele Stadtbäumer:

Manche möchten das ganz intensiv über ein paar Monate nutzen, andere wollen das über mehrere Jahre nutzen, gerade wenn die Todestage wieder anstehen, die Feiertage und so weiter und so fort.

Nele Stadtbäumer:

Das heißt, es muss sehr flexibel gestaltet sein.

Nele Stadtbäumer:

Und genauso haben wir das Partnermodell auch aufgebaut.

Host:

Und dann habe ich gesehen, da gab es auch, ich sag mal, vier verschiedene Angebote oder vier verschiedene Bilder.

Host:

Da hattet ihr eine Trauer, eine Trauerberaterin in Düsseldorf nach dem Motto ich mache Trauerberatung online und für Tiertrauer.

Host:

Wie läuft das an dieser Stelle?

Nele Stadtbäumer:

Ja, das ich wollte jetzt in diesem.

Host:

Moment nicht draufklicken, nicht, dass ich jetzt.

Nele Stadtbäumer:

Vielleicht den Call habe und zweitausendein.

Nele Stadtbäumer:

Nee, keine Sorge, da liegt noch eine Terminbuchung davor, dass man auch einen Termin findet, der euch beiden passt.

Nele Stadtbäumer:

Aber richtig, wir machen mittlerweile, bieten wir auch persönliche Begleitung an, das heißt, wir haben z.B.

Nele Stadtbäumer:

jetzt in der App jetzt ab Anfang nächsten Jahres kommt auch eine Version per Web, wo man das nicht mehr immer nur über die App erreichen muss, raus.

Nele Stadtbäumer:

Da haben wir verschiedene digitale Bausteine drin, die auch losgelöst von Personen funktionieren.

Nele Stadtbäumer:

Also die kann man direkt mit der App auch machen, was toll ist, weil es so niederschwellig ist und so einfach und eben rund um die Uhr erreichbar.

Nele Stadtbäumer:

Aber wir haben auch persönliche Begleitung, bedeutet, man kann sich direkt z.B.

Nele Stadtbäumer:

Über die App oder unsere Webseite kann man sich eins zu eins Begleitung vereinbaren.

Nele Stadtbäumer:

Man kann aber auch an Trauergruppen teilnehmen, die leite gerade auch immer noch ich, was sehr schön ist.

Nele Stadtbäumer:

Und wir bieten auch ab und zu Events an.

Nele Stadtbäumer:

Also wir hatten jetzt z.B.

Nele Stadtbäumer:

im Dezember eine Kerzenwerkstatt zum Gedenkkerzenbasteln.

Nele Stadtbäumer:

Wir haben jetzt bald einen Schreibworkshop.

Nele Stadtbäumer:

Im Oktober machen wir immer in Köln ein vor Ort Event, Trauer of Kölsch im Hellas Trauhaus.

Nele Stadtbäumer:

Das ist total schön, das ist so eine schöne Ergänzung auch zu den digitalen Inhalten gibt es jetzt eben auch die persönlichen Inhalte, sage ich mal, die per Videocall stattfinden, tatsächlich die meisten, aber sonst eben auch das vor Ort live Event.

Nele Stadtbäumer:

Richtig.

Nele Stadtbäumer:

In persona.

Host:

Ja, ich glaube, da werden viele, wahrscheinlich auch jüngere, einfach sagen, das ist mal was anderes, hier habe ich was, das kann ich notfalls auch um Mitternacht machen.

Nele Stadtbäumer:

Total viele nutzen die App in den frühen Morgenstunden, das sehen wir an den Nutzungsdaten und das ist super schön, weil ja, das zeigt ja auch, Trauer kommt halt, wann sie kommt.

Nele Stadtbäumer:

Das kann man nicht planen, aber dann haben die Leute Bedarf, sie brauchen dann eben etwas, bevor man da alleine die Gedanken kreiselnd im Bett liegt und gar nicht mehr einschlafen kann.

Nele Stadtbäumer:

Dann ist das eben eine ganz tolle Alternative und da kann vor Ort lokale Begleitung nicht da sein.

Nele Stadtbäumer:

Ÿousand immer rund um die Uhr, das geht nicht.

Nele Stadtbäumer:

Und das ist eben eine ganz tolle Ergänzung.

Host:

Ja, zumal man kann ja auch dann sein Tagebuch führen und kann eben halt dann sehen nach dem Motto, da ging es mir und so und so und da bin ich jetzt Gott sei Dank weiter.

Host:

Hoffentlich im positiven Sinne.

Nele Stadtbäumer:

Ja, absolut.

Nele Stadtbäumer:

Ja, und wenn man mal das, gerade unser Trauertagebuch, wenn man das mal ein paar Tage in Folge macht, dann wird das auch ausgewertet über die Zeit, dann bekommt man auch so ein Stimmungsbarometer und das ist was total schönes und wichtiges zu sehen, weil auch in der Trauer, auch wenn erstmal über allem diese schwarze Wolke hängt und man das Gefühl hat, man kommt da gar nicht mehr raus, gibt es oft kleine schöne Momente.

Nele Stadtbäumer:

Man muss sich nur wieder sehen lernen und diese Momente wahrnehmen zu lernen.

Nele Stadtbäumer:

Das ist was ganz Wichtiges und da hilft das Trauertagebuch, finde ich, sehr, sehr schön bei.

Host:

Das war jetzt eben schon fast ein Schlusswort.

Host:

So schnell geht die Zeit zu Ende.

Host:

Ich sage mal ganz, ganz herzlichen Dank.

Host:

Mögen viele Menschen, die sagen, ich bin jetzt handyaffin und ich möchte da an der Stelle was machen, dann über euch bzw.

Host:

Dann über die Bestatter kommen.

Host:

Mit einer Bestatterin hatte ich jetzt kurz schon Kontakt gehabt, die bei euch Kundin ist.

Nele Stadtbäumer:

Ach schön.

Nele Stadtbäumer:

Ÿousand.

Nele Stadtbäumer:

Verrätst du mir wer?

Host:

Das kann ich dir auch sagen.

Host:

Das ist die Sabine Eller.

Nele Stadtbäumer:

Ach toll.

Nele Stadtbäumer:

Ja, sehr schön.

Host:

Sabine Eller kenne ich aus anderen zusammenhängen.

Host:

Die war bei mir schon in verschiedenen Podcasts drin und ja, bietet eben halt eine Bestattung der besonderen Art hier rund um Darmstadt an Ÿousand und ja, auch.

Nele Stadtbäumer:

Sehr individuell und auch mit kreativen Möglichkeiten.

Nele Stadtbäumer:

Das finde ich ganz Toll.

Host:

Genau.

Host:

Ja, liebe Hörerinnen und Hörer, wenn ihr Fragen habt, wir verlinken unter den unter den Show Notes und dann könnt ihr Nele direkt anfragen.

Host:

Und ja, vielleicht kommen wir da noch mal zu einer zweiten Runde, wenn es noch mal weitere Fragen gibt oder neue Entwicklungen.

Host:

Und ihr, liebe Nele, sage ich ganz herzlichen Dank.

Nele Stadtbäumer:

Ich danke auch.

Nele Stadtbäumer:

Vielen Dank fürs Zuhören und wem es.

Host:

Gefallen hat, der möge es kommentieren, auch gerne hier auf Spotify oder es teilen, damit möglichst viele von dem Podcast und von dieser Möglichkeit hören.

Nele Stadtbäumer:

Vielen Dank.

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About the Podcast

Das Schwere leicht gesagt
Trauer im Unternehmen
"Schluss mit dem Versteckspiel!"
Ja, wir sprechen über Verlust, Trauer und auch Tod im Unternehmen. Und, weil es ein sehr persönliches Thema werden kann, sind die Episoden durchgängig "per DU".

Warum dieser Podcast?
Weil Dein Unternehmen und Deine Mitarbeiter es sich nicht mehr leisten können, dieses Tabuthema zu ignorieren! Vom Wegschauen ist es nicht verschwunden, im Gegenteil.
Trauer im Unternehmenskontext kann teuer werden, besonders, wenn sie unvorbereitet in die Krise führt. Dabei wir reden hier nicht von Kleingeld, sondern von fünf- bis sechsstelligen Beträgen, die es Dein Unternehmen kosten kann, wenn jetzt die Kommunikation scheitert. Das ist kein Hirngespinst, sondern Fakt!

Glaubst Du nicht?
- Was kostet es Dich, wenn Deine wichtigste Vertrieblerin, welche die ganz großen Abschlüsse auf Augenhöhe verhandelt für vier Wochen komplett nach Trauerbedingter Krankschreibung ausfällt? Und wer krank ist, darf nicht kontaktiert werden ...
- Nach einer aktuellen französischen Studie kündigt jede 9. Fachkraft, wenn sie das eigene Unternehmen nach einem Trauerfall als inkompetent erlebt.

Die Technische Hochschule Würzburg hat in Zusammenarbeit mit uns herausgefunden, dass 80% der Führungskräfte bereits mit Trauer im Unternehmen konfrontiert wurden. Und was noch schockierender ist: Diese Führungskräfte fühlten sich oft hilflos in dieser Situation. Leitfäden, Kommunikationstraining und Informationen sind dringend notwendig.

Deshalb präsentieren wir: "Das Schwere LEICHT gesagt"
Hier behandeln wir Schlüsselthemen:

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